Abschlussprüfer in Polen: Was bedeutet die sinkende Zahl für den Prüfungsmarkt?
26 Oktober 2026
26 Oktober 2026

Die Zahl der Abschlussprüfer in Polen ist langfristig rückläufig, auch wenn 2025 ein leichter Anstieg verzeichnet wurde. Nach Angaben der Polnischen Agentur für Abschlussprüferaufsicht (PANA) waren zum Jahresende 2025 insgesamt 4.873 Abschlussprüfer registriert, 19 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl der Prüfungsgesellschaften auf 1.165. Einige Vertreter des Berufsstands sehen in einem übermäßigen regulatorischen Formalismus einen der Faktoren, die zu den Schwierigkeiten am Markt beitragen. Die PANA hingegen betont demografische Faktoren und stellt keine systemischen Probleme bei der Verfügbarkeit von Prüfungsleistungen in Polen fest.
In diesem Artikel:
Die Zahl der Abschlussprüfer in Polen ist seit mehreren Jahren rückläufig. Der von der Polnischen Agentur für Abschlussprüferaufsicht (PANA) veröffentlichte Bericht zur Überwachung des Prüfungsmarktes 2025 weist für 2025 jedoch auf eine leichte Umkehr dieses Trends hin. Zum Jahresende waren 4.873 Abschlussprüfer registriert, was einem Anstieg von 0,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Über einen längeren Zeitraum betrachtet bleibt der Rückgang erheblich. Im Vergleich zum Jahresende 2012 ist die Zahl der registrierten Abschlussprüfer um 2.231 bzw. rund 31 % gesunken. Dabei ist jedoch zwischen Personen mit Berufsqualifikation und tatsächlich praktizierenden Abschlussprüfern zu unterscheiden. Ende 2025 waren 2.568 Abschlussprüfer aktiv beruflich tätig. Gleichzeitig ging die Zahl der Prüfungsgesellschaften weiter zurück und lag Ende 2025 bei 1.165 – 28 weniger als 2024.
| Kennzahl | 2024 | 2025 |
| Zahl der registrierten Abschlussprüfer | 4.854 | 4.873 |
| Zahl der Prüfungsgesellschaften | 1.193 | 1.165 |
Diese Zahlen zeigen, dass der polnische Prüfungsmarkt trotz des moderaten Anstiegs der registrierten Abschlussprüfer im Jahr 2025 weiterhin mit langfristigen strukturellen Veränderungen konfrontiert ist.
Die Gründe für den Rückgang der Zahl der Abschlussprüfer sind weiterhin Gegenstand einer Debatte zwischen Vertretern des Berufsstands und der Aufsichtsbehörde.
Einige Angehörige des Berufsstands argumentieren, dass ein übermäßig formalistischer Ansatz bei den von der PANA durchgeführten Inspektionen Fachkräfte davon abhalten könnte, in der Branche zu bleiben. Ihre Bedenken betreffen unter anderem detaillierte Dokumentationsanforderungen, den Verwaltungsaufwand sowie die Folgen von Unregelmäßigkeiten, die bei Inspektionen von Prüfungsgesellschaften festgestellt werden.
Die Polnische Agentur für Abschlussprüferaufsicht vertrat in ihrer offiziellen Stellungnahme vom 15. Oktober 2026 eine andere Auffassung. Die Agentur betonte, dass ein Rückgang der Zahl der Abschlussprüfer auch in anderen europäischen Ländern zu beobachten ist.
Nach Angaben der PANA wird die Situation in Polen vor allem durch demografische Faktoren und historisch gewachsene Bedingungen für den Zugang zum Beruf beeinflusst. Die Agentur hält zudem fest, dass Inspektionen von Prüfungsgesellschaften eine angemessene Qualität der Abschlussprüfungen sicherstellen und die Marktteilnehmer schützen sollen. Gleichzeitig befürwortet die PANA Regelungen, die es ermöglichen, bei Verstößen von unerheblicher oder geringer Bedeutung unter bestimmten Voraussetzungen von der Einleitung eines Verwaltungsverfahrens abzusehen oder ein solches Verfahren einzustellen.
Der langfristige Rückgang der Zahl der Abschlussprüfer und Prüfungsgesellschaften kann Bedenken hinsichtlich der künftigen Verfügbarkeit von Prüfungsleistungen, der Dauer bis zum Abschluss von Prüfungen und der damit verbundenen Kosten wecken. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass solche Probleme derzeit den Markt als Ganzes betreffen.
In ihrer Stellungnahme vom 15. Oktober 2026 betonte die PANA, dass sie kein systemisches Missverhältnis zwischen dem Angebot an Prüfungsleistungen und der Nachfrage der Unternehmen festgestellt habe. Die Agentur erklärte, dass sie die Marktbedingungen regelmäßig beobachtet und Polen weiterhin zu den größten Prüfungsmärkten in der Europäischen Union zählt.
Für Unternehmen, die zur Prüfung ihres Jahresabschlusses verpflichtet sind, bleibt es wichtig, eine Prüfungsgesellschaft frühzeitig zu beauftragen. Eine rechtzeitige Planung hilft dabei, einen Prüfungszeitplan festzulegen, die erforderlichen Unterlagen vorzubereiten und das Risiko von Verzögerungen bei der Erfüllung gesetzlicher Pflichten zur Finanzberichterstattung zu verringern.
Die Entwicklungen auf dem polnischen Prüfungsmarkt unterstreichen, wie wichtig es ist, die Verfügbarkeit qualifizierter Abschlussprüfer und die Bedingungen der Berufsausübung weiterhin zu beobachten. Zwar ist die Zahl der registrierten Abschlussprüfer 2025 leicht gestiegen, doch reicht dies allein nicht aus, um von einer dauerhaften Umkehr des langjährigen Abwärtstrends auszugehen.
Aus Unternehmenssicht bleiben die rechtzeitige Auswahl einer Prüfungsgesellschaft, die ordnungsgemäße Erstellung des Jahresabschlusses und ein effizient organisierter Prüfungsprozess die wichtigsten Prioritäten.
HLB Poland erbringt Leistungen im Bereich der Jahresabschlussprüfung und unterstützt Unternehmen bei der Erfüllung ihrer Prüfungspflichten in Polen. Unternehmen, die eine gesetzliche oder freiwillige Abschlussprüfung planen, sollten deren Umfang und Zeitplan frühzeitig abstimmen.
Wenn Sie weitere Fragen haben, oder zusätzliche Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an Ihren Ansprechpartner oder nutzen Sie das Kontaktformular auf unserer getsix® Website.
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