Neue Regelungen zu Praktikumsverträgen in Polen – Gesetzentwurf
23 März 2026
23 März 2026

Die Arbeiten an dem neuen Gesetzentwurf zu Praktika in Polen gewinnen an Dynamik. Das Hauptziel des Gesetzgebers besteht darin, den Praktikumsmarkt zu ordnen und Personen, die in den Arbeitsmarkt eintreten, einen realen rechtlichen Schutz zu gewährleisten.
Die geplanten Vorschriften in Polen sollen polnische Staatsangehörige sowie bestimmte Kategorien von Ausländern erfassen, die von der Freizügigkeit profitieren, darunter auch EU-Bürger.
Ein Praktikum wurde als Ausübung von Tätigkeiten zum Zweck des Erwerbs von Wissen, praktischen Fähigkeiten und Berufserfahrung auf Grundlage eines Praktikumsvertrags definiert – ohne eine Beschäftigung im Sinne des polnischen Arbeitsgesetzbuches darzustellen.
Der Entwurf enthält jedoch eine lange Liste von Praktika und Ausbildungsformen, auf die die neuen Vorschriften in Polen keine Anwendung finden werden. Dazu gehören unter anderem: Praktika oder Ausbildungen, die für die Ausübung eines reglementierten Berufs oder einer reglementierten Tätigkeit erforderlich sind, Schülerpraktika, berufliche Praktika oder Referendariate.
In der Praxis bedeutet dies, dass die Regelung ausschließlich den sogenannten „offenen Praktikumsmarkt“ in Polen betreffen wird, der von Unternehmen außerhalb des Bildungssystems und außerhalb reglementierter Berufe angeboten wird.
Der Entwurf greift deutlich auf Lösungen zurück, die im polnischen Arbeitsgesetzbuch vorgesehen sind.
Praktikumsvertrag:
Eine zentrale Änderung der vorgeschlagenen Regelungen in Polen ist die Verpflichtung zur Zahlung einer Vergütung an den Praktikanten in Höhe von mindestens 35% bis höchstens 100% des Durchschnittslohns.
Darüber hinaus soll der Zeitraum des Bezugs dieser Leistung auf die für den Erwerb oder die Aufrechterhaltung von Arbeitnehmerrechten erforderliche Beschäftigungsdauer sowie auf Beitragszeiten bei der Feststellung von Renten- oder Invaliditätsleistungen aus dem Sozialversicherungsfonds in Polen angerechnet werden.
Der Entwurf legt die zeitlichen Rahmenbedingungen präzise fest und nähert sie den Standards des polnischen Arbeitsgesetzbuches an:
Der Entwurf sieht vor, dass die Anzahl der Praktikanten in Polen in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der fest angestellten Mitarbeiter stehen muss. Dies soll Geschäftsmodelle verhindern, die in hohem Maße auf Praktikanten basieren.
Darüber hinaus darf der Praktikumsanbieter:
Bei Verstößen gegen die oben beschriebenen Regelungen in Polen droht dem Praktikumsanbieter eine Geldbuße in Höhe von 1.000 bis 30.000 PLN.
In der Begründung des Entwurfs wird unter anderem auf eine Studie aus dem Jahr 2023 verwiesen, aus der hervorgeht, dass einige Arbeitgeber unbezahlte Praktika angeboten haben und die Vergütungen teilweise niedrig waren.
Gleichzeitig zeigen Daten vom Arbeitsmarkt für das Jahr 2025, dass:
Es stellt sich daher die Frage, ob der Entwurf auf das aktuelle Ausmaß des Phänomens in Polen reagiert oder eher auf historische Fehlentwicklungen des Arbeitsmarktes.
Der Gesetzentwurf zu Praktika in Polen zielt darauf ab, den Markt zu regulieren und unbezahlte Praktika zu eliminieren. Gleichzeitig wird ein Praktikumsmodell eingeführt, das einem Arbeitsverhältnis deutlich ähnelt, bei gleichzeitiger Beibehaltung seiner formalen Eigenständigkeit.
Aus Sicht der Praktikumsanbieter bedeutet dies eine stärkere Formalisierung, höhere Kosten und ein erhöhtes regulatorisches Risiko. In seiner derzeitigen Form könnte der Entwurf insbesondere kleinere Unternehmen sowie Branchen, die intensiv Kurzzeit-Praktikumsprogramme nutzen, am stärksten betreffen.
Der Entwurf befindet sich derzeit in der Konsultationsphase, und das Inkrafttreten des Gesetzes in Polen ist 6 Monate nach seiner Verkündung geplant. Verträge über Absolventenpraktika, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes abgeschlossen wurden, werden weiterhin nach den bisherigen Vorschriften durchgeführt, jedoch nicht länger als 6 Monate ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes.

Quelle: Der Artikel wurde in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner sdzlegal Schindhelm Law Office erstellt.
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