Mindestlohn in Polen und den Niederlanden im Jahr 2026 – Vergleich der Beschäftigungskosten
9. September 2026
9. September 2026

Der Mindestlohn ist ein wichtiger Ausgangspunkt für den Vergleich der Beschäftigungskosten in Polen und den Niederlanden. Der Bruttolohn allein bildet die tatsächliche Arbeitgeberbelastung jedoch nicht ab. 2026 unterscheiden sich beide Länder bei der Festlegung des gesetzlichen Minimums und bei den zusätzlichen Kosten.
In diesem Artikel:
Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der Mindestlohn in Polen 4.806 PLN brutto pro Monat. Für bestimmte zivilrechtliche Verträge gilt ein Mindeststundensatz von 31,40 PLN.
Bei einem angenommenen Unfallversicherungssatz von 1,67 % belaufen sich die arbeitgeberfinanzierten Beiträge auf rund 984,28 PLN. Die indikativen monatlichen Beschäftigungskosten betragen damit 5.790,28 PLN. Nicht berücksichtigt sind unter anderem die polnischen Mitarbeiterkapitalpläne (PPK), Zusatzleistungen und Arbeitsplatzkosten.
Seit dem 1. Juli 2026 gilt für Arbeitnehmer ab 21 Jahren ein Mindestlohn von 14,99 EUR brutto pro Stunde; im ersten Halbjahr waren es 14,71 EUR. Seit 2024 gilt in den Niederlanden ein gesetzlicher Stundenmindestlohn statt eines einheitlichen Monatsmindestlohns.
Bei einer 40-Stunden-Woche entspricht der Satz modellhaft rund 2.598,27 EUR brutto pro Monat. Dieser Betrag dient nur dem Kostenvergleich und ist kein gesetzlicher Monatsmindestlohn.
Hinzu kommt grundsätzlich ein Urlaubsgeld (vakantiegeld) von mindestens 8 % des Bruttolohns. Im Modell sind das 207,86 EUR; die monatliche Basis für die Jahresbudgetierung steigt damit auf rund 2.806,13 EUR.
Die Kosten hängen von Vertragsart, Unternehmensgröße und Branche ab. Für einen kleinen Arbeitgeber mit dem niedrigeren AWf-Satz für den Arbeitslosenfonds von 2,74 % betragen die grundlegenden Arbeitgeberabgaben im Modell 15,61 %.
Unter diesen Annahmen liegen die durchschnittlichen Kosten bei rund 3.244,16 EUR pro Monat vor Whk, einem variablen Beitrag abhängig vom Arbeitgeber bzw. von der Branche, und vor etwaigen Rentenbeiträgen. Die sektoralen Whk-Sätze für kleine Arbeitgeber reichen von 0,76 % bis 6,63 %. Der höhere AWf-Satz von 7,74 % erhöht die Modellkosten vor Whk um rund 140 EUR pro Monat.
Ein Collectieve Arbeidsovereenkomst (CAO), also ein Tarifvertrag, kann höhere Löhne, Arbeitszeiten, Zulagen oder Rentenregelungen vorsehen. In manchen Branchen ist zudem die Teilnahme an einer Pensionskasse verpflichtend.
Bei Krankheit muss ein niederländischer Arbeitgeber grundsätzlich für bis zu zwei Jahre mindestens 70 % der zuletzt bezogenen Vergütung zuzüglich des anwendbaren Urlaubsgelds weiterzahlen und Pflichten zur Wiedereingliederung erfüllen.
Im verwendeten Modell liegen die direkten Arbeitgeberkosten in den Niederlanden vor Whk etwa beim 2,4-Fachen der indikativen Kosten eines Mindestlohn-Arbeitnehmers in Polen. Daraus folgt jedoch nicht, dass die gesamten Geschäftskosten ebenfalls 2,4-mal höher sind.
Unternehmen sollten die vollständigen Jahreskosten der konkreten Position vergleichen: marktübliches Gehalt, Vertragsart, Beiträge, Zulagen, CAO- und Rentenpflichten, Ausfallrisiken sowie die Kosten für HR- und Personalabrechnung in Polen oder den Niederlanden.
Mindestlohn in Polen und den Niederlanden im Jahr 2026 – Vergleich der Beschäftigungskosten.
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